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InterModellBau '95

 

Elektromodelle   Race Cat   und   NFS 480

Nachbau des FMT-Bauplans MT-902 (jetzt: 320 0902)
"Race Cat"   -   Eine flotte Katze

Leistungsfähige Elektroflugmodelle sind heute keine Besonderheit mehr. Doch dies war nicht immer so, denn als der Bauplan der "Race Cat" 1984 erschien, bot der Markt noch nicht die heute gewohnte Vielfalt kleiner, leichter und leistungsfähiger Zubehörteile. Dementsprechend läßt die Konstruktion auch den problemlosen Einbau größerer RC-Komponenten zu. Dies gilt auch für die optisch recht ähnliche, aber etwas größere "Race Rat" aus dem Graupner-Baukasten, die 1989 im Neuheitenkatalog auftauchte. Für einen späteren Vergleich wurden alle Maße des Bauplanes auf 125% vergrößert.

Die "Race Cat" ist recht simpel aufgebaut und daher nach relativ kurzer Zeit rohbaufertig. Anstelle der eigentlich erforderlichen Folienbespannung wurde die Holzoberfläche nur mit Porenfüller behandelt und abschließend mit Klarlack versiegelt. Die ersten Testflüge wurden mit einem Motor der mittleren Preisklasse (Speed 500 BB Race VS) und 7 Zellen ausgeführt. Die "Race Cat" liegt selbst bei bockigem Wind verhältnismäßig ruhig in der Luft und neigt auch bei niedriger Fluggeschwindigkeit nicht zum Abreißen. Allerdings erfordert die Auslegung der Querrudersteuerung mit nur einem einseitigen Ruderblatt bei schwacher Anströmung etwas Feingefühl. Rasante Geschwindigkeiten werden ohne Hochleistungsantrieb nur aus Sturzflügen mit anliegender Klappluftschraube erreicht. Hierbei zeigt sich eindrucksvoll, was bei entsprechender Motorisierung aus dem Modell herauszuholen ist.

Ein Vergleich zwischen der "Race Rat" und der "Race Cat" zeigt, daß der Baukastenflügel einen etwas anderen Grundriß mit einer geringeren Flächentiefe sowie einem anderen Profil aufweist, nicht voll beplankt wird und mit beidseitigen Querrudern ausgestattet ist. Das Höhenruder ist deutlich kleiner ausgefallen und durch den Kunststoffrumpf sind aerodynamisch bessere Formen und Übergänge möglich. Demzufolge haben die beiden Modelle bei genauem Hinschauen eigentlich kaum Gemeinsamkeiten.

Leider konnte in Bezug auf die Fluggeschwindigkeit kein Vergleich durchgeführt werden, da durch die Experimente mit verschiedenen Antrieben nie gleichstarke Gegner gefunden wurden. In der Regel war die "Race Cat" aufgrund ihrer schwächeren Motorisierung etwas langsamer als ihre Kontrahenten, schien dafür aber über bessere Flugeigenschaften zu verfügen. Versuchsweise wurde daher auch einmal ein passendes Power-Triebwerk montiert. So getuned werden rasante Fluggeschwindigkeiten erreicht, wobei das Modell auch dann perfekt am Ruder liegt. Allerdings muß für schnelle Horizontalflüge deutlich nachgedrückt werden und der Spaß ist wegen des hohen Stromflusses nur von kurzer Dauer.

Der Holzrumpf der "Race Cat" war aufgrund der fehlenden Bespannung recht empfindlich und wurde mit der Zeit durch den Kunststoffrumpf der "Race Rat" ersetzt. Im Gegensatz zur Holzrumpf-Version war die Einhaltung des Schwerpunktes bei Verwendung leichterer Motoren und 7 Zellen jetzt problematisch. Nachdem alle Komponenten so weit wie möglich nach vorne gesetzt worden waren mußte der Akku noch um eine Zelle erweitert werden, um ohne Blei auszukommen. Alternativ hilft natürlich auch der Einbau eines schwereren Motors der gehobenen Leistungsklasse. Dann läßt sich dank der guten Flugeigenschaften der Reiz des Elektro-Speedens streßfrei erleben. Wer es ruhiger liebt, kann mit einem einfachen Speed 600 ebenfalls viel Spaß haben.

Dieser Text wurde der FMT-Redaktion zur Veröffentlichung vorgelegt. Gedruckt wurde eine von der Redaktion stark veränderte Version in FMT 11/98 unter der Rubrik "Nach FMT gebaut", deren inhaltliche Aussage eher einer Werbung für den Bauplan als der Intention eines Vergleiches zwischen Bauplan- und Baukastenmodell nahe kommt. Das Ergebnis hier.

 


Der NFS 480 wurde in Anlehnung an einen FMT-Bauplan für einen Nurflügel-Schnuppi mit Speed-400-Antrieb im Heck entworfen. Der Flügel wurde nahezu unverändert übernommen, der Rumpf für einen Frontantrieb umgestaltet. Als Motor kommt ein Speed 480 mit 7 Zellen 500 mAh zum Einsatz. Bisher wurden zwei Nachbauten erstellt, die beide keine guten Flugeigenschaften aufwiesen. Modell 1 war um die Hochachse nicht ausreichend stabilisiert, Modell 2 reagierte heftig auf Höhenruderausschläge, weshalb diese auf nur +3mm eingestellt werden mussten. Da beide Modelle unterschiedliche Schwachpunkte aufwiesen liegt die Vermutung nahe, dass sich beim Aufbau des filigranen Flügels kleine Verzüge eingeschlichen haben, wodurch das Flugverhalten stark beeinflusst werden kann.

Rückblickend betrachtet war der NFS480 dennoch ein erfolgreicher Modell-Nachbau, denn beide Modelle waren lange im Einsatz und konnten mit geringem finanziellen Aufwand für eine Menge Flugspaß sorgen. Der einfache Aufbau des Modells ermöglicht eine kurze Bauzeit. Für die Motorisierung kann vom einfachen Speed 400 bis hin zum bürstenlosen Speedrunner alles eingesetzt werden, wobei dank der Lipo-Technik auch das Akkugewicht kein Problem mehr darstellt.

Dennoch erscheint ein dritter Nachbau des NFS480 eher unwahrscheinlich, da sich der Einsatzbereich eines derartigen Nurflügels auf flottere Vorbeiflüge und einfachsten Kunstflug beschränkt. Mehr ist typbedingt aus einem derartigen Modell einfach nicht herauszuholen.